Tarawih: Anzahl der Rak’ah
Von Mufti Ahmed Abd al-Hasib Tanwir Qasmi
Manche Leute denken dass Tarawih nur aus acht Rak’ah besteht. Dies ist nicht korrekt. Der einstimmigen Meinung aller Imame zufolge besteht Tarawih aus 20 Rak’ah. Obwohl keiner der Imame mit weniger als 20 Rak’ah übereinstimmte, vertritt Imam Malik die Ansicht von 32 Rak’ah. Dies bedeutet das dem Konsensus aller Imame zufolge niemand mit weniger als 20 Rak’ah übereinstimmte.
Außerdem können wir von Ibn Abbas’ رضي الله عنه Bericht erfahren, dass er Tarawih zwei oder drei Nächte lang [als Imam] anführte, wobei er 20 Rak’ah verrichtete. Die Gefährten des heiligen Propheten صلى الله عليه وسلم lebten gemäß seiner Aussage بلغوا عنى و لو آية und offenbarten sich als exzellente, nachahmenswerte Vorbilder. Sie hatten nicht nur die Taten des heiligen Propheten صلى الله عليه وسلم aufgezeichnet, sondern schritten auch zur Nachahmung seiner Taten voran. Sie gewährten uns eine große Gunst uns mit wertvollen Überlieferungen zu versorgen, die die Quelle der Rechtleitung (für uns alle) bis zum Weltuntergang sein werden.
Die Fundamente der Shar’iah
Von Sheikh Mufti Muhammad Rafi’ Usmani
Die Ahkam [Gebote] der Shari’ah können durch vier Dinge bewiesen werden: durch Qur’an oder Rasulullah صلى الله عليه وسلم seine Sunnah, sprich durch seine Aussagen oder Taten, oder durch Ijma’ oder durch Qiyas. Dies sind die vier Fundamente und wieviele Ahkam der Shari’ah es auch gibt, sie sind alle durch einer dieser [Fundamente] bewiesen.
Qur’an und Sunnah
Auch wenn im heiligen Qur’an viele Ahkam vorkommen, so wurden nicht alle Ahkam erwähnt. Von einigen Ahkam wurden nur die Usul [Richtlinien] angegeben, stellenweise wurden nur Andeutungen gemacht, an manchen Stellen wurde nur eine Richtung gegeben und im Bezug auf die restlichen wurde gesagt, dass du dem folgen sollst was Rasulullah صلى الله عليه وسلم sagt. Deshalb spricht Allah Ta’ala:
وَمَا آتَاكُمُ الرَّسُولُ فَخُذُوهُ وَمَا نَهَاكُمْ عَنْهُ فَانتَهُوا
„Und was euch der Gesandte gibt, nehmt es: und was er euch untersagt, enthaltet euch dessen.“ [59:7]
Toleranz und Koexistenz mit nicht-Muslimen im Islam
Von Sheikh Shaukat Ali Qasmi Bastawi1

Heute wird diese Sage und Lüge verbreitet, dass Islam und seine Anhänger keine Toleranz gegenüber Leuten anderen Glaubens haben. Dies ist eine beirrende und grundlose Propaganda. Dies ist Teil der geplanten Weltverschwörungen um Islam und Muslime schlecht zu machen und zu schmähen.
Die Sprache der Freitagspredigt
Von Sheikh Mufti Muhammad Taqi Usmani
[Übersetzt von Bruder Muhammad al-Faruq]

Ist es notwendig die Freitagspredigt (Khutbah) auf Arabisch zu halten oder kann man auch eine andere Sprache verwenden? Manche Leute sagen dass es nützlicher für die Zuhörerschaft sein könnte wenn diese in der lokalen Sprache gehalten würde.
[Shabbir Ali, Toronto]
Taqlid & die Fälschung von Islamischer Geschichte
Von Mufti Muhammed Sajjad
Taqlid bedeutet den Rechtssprüchen eines Gelehrten ohne sich das Wissen über die ausführlichen Beweise dieser Meinungen anzueignen zu folgen. Eine Person ist gezwungen dies zu tun, da er nicht im Stande ist die Beweise zu begreifen um sich seine eigene Meinung über irgendeine detailreiche Angelegenheit des Deens zu bilden. Dieses Verlassen auf eine Gruppen von hochqualifizierten Individuen kann man in jedem Aspekt des menschlichen Lebens sehen: Von dem Moment, an dem wir einen Anbau an unser Haus bauen wollen, bis zu dem, an dem wir uns selber behandeln möchten, verweisen wir bedingungslos auf die Experten. Der Kranke versucht nie sich selber zu diagnostizieren, ganz zu schweigen davon sich nach seinem eigenen Wissen die Routine der Medizin, die er nehmen muss, zu verordnen. Sondern er sitzt in bescheidener Weise und akzeptiert alles was der Doktor ihm sagt und ihm verordnet. Es scheint als sei allein der Islam als solch etwas herausgesucht wurden, dass jede Person nicht nur seine geistige Fähigkeiten (wie mangelhaft sie auch sind) um seine detailreichen Lehren zu bestimmen ausüben darf, sondern vielmehr wird es als seine Pflicht erklärt.
Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass Taqlid ganz vom Anfang des Islams existierte, denn das ist die normative Vorgehensweise fürs Lernen. Die Gefährten und die Nachfolger (Tabi’in) anderer Gefährten waren gezwungen Taqlid ihrer Älteren zu machen. Diejenigen der Gefährten und Nachfolger, die keine Gelehrten waren, nahmen den Deen einfach von denen, die Gelehrte waren. Die Grundlage für ihr Tun von Taqlid, abgesehen von dem oben aufgeführten offensichtlichen Grund, waren die Beweise, die es für sie zu einer Pflicht gemacht hatte. Allah Subhanahu wa Ta’ala sagte im Heiligen Qur’an:
فَاسْأَلُواْ أَهْلَ الذِّكْرِ إِن كُنتُمْ لاَ تَعْلَمُونَ
„Fragt die Leute der Erinnerung, wenn ihr nicht wisst.“ [21:7]
Isbaal: Die Bedingung von Hochmut
Von Sheikh Hakim al-Ummah Ashraf ‘Ali Thanwi
Hinsichtlich dem Tragen von Hosen [...] unter den Knöchel [Isbaal] [...] wird es in einem Hadith in Sahih al-Bukhari und Sahih al-Muslim erwähnt, dass der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم sagte, dass [am Tag des Jüngsten Gerichts] Allah Ta’ala denjenigen nicht mit Gnade anschauen wird, der sein Izaar (unteres Kleidungsstück) mit Hochmut herablässt.1 Die Grenze dieses Herablassens [seines unteren Kleidungsstückes unter die Knöchel] wird in einem zweiten Hadith erwähnt, in dem der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم sagte, dass das untere Kleidungsstück [sein Teil], welches unter den Knöchel ist, im Höllenfeuer ist. Dieser Hadith wurde von al-Bukhari berichtet.2
Ein dritter Hadith erwähnt das Verbot dieses für andere Arten von Kleidungsstücke. Der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم sagte, dass es Isbaal (verlängern und überschreiten der Grenzen) auch bei der Hose, dem Hemd und den Turban gibt. Wer immer irgendeinen dieser Kleidungsstücke mit Hochmut länger lässt, den wird Allah Ta’ala am Tag des Jüngsten Gerichts nicht mit Gnade anschauen. Abu Dawud, al-Nisai und Ibn Majah haben diesen Hadith berichtet.3 Dieser Hadith wird durch einen weiteren Hadith bekräftigt, in welchem es erwähnt wird, dass Allah Ta’ala am Tag des Jüngsten Gerichts die Person, die seine Kleidung mit Hochmut länger lässt, nicht mit Gnade anschauen wird. Dieser Hadith wurde von al-Bukhari und Muslim berichtet.4 Der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم hat in diesem Hadith auf unbegeschränkte Weise Kleidung genannt, worin alle [Arten von] Kleider inbegriffen sind. Die Grenze des Verlängern der Hosen wurde in dem Hadith genannt und die Grenzen bei anderen Kleindungsstücken – wie von Gelehrten erwähnt – ist [beim Hemd] den Ärmel über die Finger und Hälfte des Ende des Turbans unter die Hüfte hängen zu lassen. All diese [Arten des] Isbaal sind verboten.
Die Shar’i Bedeutung von Bid’ah
Von Sheikh ‘Allamah Sarfraz Khan Safdar

Hafiz Badr al-Din ‘Aini al-Hanafi (verst. 855 AH) schreibt:
والبدعة في الاصل احداث امر لم يكن في زمن رسول الله صلى الله عليه وسلم
„Bid’ah ist in Wirklichkeit so eine erfundene Tat, die es in Rasulullah صلى الله عليه وسلم seiner Zeit nicht gab.“ ['Umdat al-Qari, S. 356, Band 5]
Hafiz Ibn Hajar al-’Asqalani schreibt:
والبدعة في اصلها ما احدث على غير مثال سابق وتطلق في الشرع في مقابل السنة فتكون هذمومة
„Bid’ah nennt man eigentlich das, was ohne vorheriges Beispiel oder Muster erzeugt wurde. Und in der Shari’ah ist die Anwendung [des Wortes 'Bid'ah'] für das, was gegen die Sunnah geht – und daher abgelehnt wird.“ [Fath al-Bari, S. 219, Band 4]
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