Die Islamische Kleidervorschrift

Von Bruder Khalid Baig

Was hältst du von einem Heim, das weder Schutz noch Privatsphäre bietet? Was hältst du von einer Mahlzeit, die weder Versorgung noch Energie bietet? Es brauch nicht viel um zu erkennen, dass wenn jemand sein Geschäft daraus bestände eines dieser zu verkaufen, würde er sehr schnell Bankrott gehen. Aber, erstaunlicherweise scheint sich die Regel bei einem anderen Grundbedürfnis zu ändern: Nämlich der Bekleidung, ins Besondere die Bekleidung der Frauen. Jedes Jahr tauchen Modezentren in Europa und Amerika mit der letzten Mode auf. Und was haben sie entworfen? Einen weiteren Weg den Körper nicht zu bedecken; Kleidung gleichwertig dem Heim, welches weder Schutz noch Privatsphäre bietet.

Man mag fragen, wenn eine Person sich nicht bedecken möchte, dann warum sollte sie irgendetwas – und gerade die teuerste Mode – kaufen, um dies zu erreichen? Wenn wir darüber nachdenken, können wir die Spannung zwischen zweier Kräfte verstehen. Alle menschlichen Wesen (bis auf eine Hand voll Irregegangener, die sich selbst Naturalisten nennen) besitzen ein angeborenes Schamgefühl. Leute aller Religionen sind sich über die Notwendigkeit einig, sich in der Öffentlichkeit zu bedecken. Und doch, finden wir auch eine Kraft, die Nacktheit unterstützt. Weite Abschnitte der Menschheit sind zwischen zwei Impulsen gefangen: sich zu bedecken oder nicht zu bedecken. Unsere Kleidungsmoden reflektieren verschiedene Stufen des Kompromiss zwischen diesen gegensinnigen Kräften.

Warum? Was ist los?

Wissenschaft kann diese Frage nicht beantworten. Sie kann den Ursprung der Kräfte nicht ausfindig machen, die sich tief in unseren Verstand abspielen. Des Weiteren werden die meisten wissenschaftlichen Einrichtungen von den Anhängern Herrn Darwins dominiert und Darwinismus ist ein System des Glaubens, nicht der Wissenschaft. Ihre Glaubensvorstellungen halten sie davor zurück ehrlich mit einer Tatsache umzugehen: Während alle Tiere eine Haut haben, die ihnen Schutz vor Elementen bietet, hat der Mensch so etwas nicht. Affen können ohne Kleidung überleben, menschliche Wesen nicht.

Der Qur’an beantwortet die Frage. Unsere Körper haben nicht unsere Haut nicht aufgrund eines rätselhaften evolutionären Unfall so dünn und fellos entwickelt, dass sie zum Schutz fremde Bedeckung benötigt. Unser Schöpfer hat sie auf diese Weise erschaffen, damit wir immer Bekleidung benötigen. Ebenfalls hat Er das Scharmgefühl gelegt, das uns dazu zwingt uns zu bedecken. Dahingegen, der erste Akt von Satan war es Adam und Eva zu veranlassen, sich selbst zu enthüllen.

فَدَلاَّهُمَا بِغُرُورٍ فَلَمَّا ذَاقَا الشَّجَرَةَ بَدَتْ لَهُمَا سَوْءَاتُهُمَا وَطَفِقَا يَخْصِفَانِ عَلَيْهِمَا مِن وَرَقِ الْجَنَّةِ

„So verführte er sie durch Trug. Und als sie von dem Baume kosteten, da ward ihre Scham ihnen offenbar und sie begannen, sich in die Blätter des Gartens zu hüllen.“ [7:22]

Dies ist der Ursprung der Anspannung, die wir sehen. Mit der Vorgeschichte können wir die Wichtigkeit von Kleidung erkennen.

يَا بَنِي آدَمَ قَدْ أَنزَلْنَا عَلَيْكُمْ لِبَاسًا يُوَارِي سَوْءَاتِكُمْ وَرِيشًا وَلِبَاسُ التَّقْوَىَ ذَلِكَ خَيْرٌ

„O Kinder Adams, Wir gaben euch Kleidung, eure Scham zu bedecken, und zum Schmuck; doch das Kleid der Frömmigkeit – das ist das beste.“ [7:26]

Die Anrede hier ist an die ganze Menschheit, und betont dadurch die universelle menschliche Notwendigkeit uns richtig zu bedecken. Der Qur’an daraufhin warnt, dass Satan nach seinem ersten Versuch nicht fertig war:

يَا بَنِي آدَمَ لاَ يَفْتِنَنَّكُمُ الشَّيْطَانُ كَمَا أَخْرَجَ أَبَوَيْكُم مِّنَ الْجَنَّةِ يَنزِعُ عَنْهُمَا لِبَاسَهُمَا لِيُرِيَهُمَا سَوْءَاتِهِمَا

„O Kinder Adams, laßt Satan euch nicht verführen, wie er eure Eltern aus dem Garten vertrieb, ihnen ihre Kleidung raubend, auf daß er ihnen ihre Scham zeigte.“ [7:27]

Sobald wir die Natur des Kleidungsaspekt realisieren ist es selbstverständlich, dass wir uns an unseren Schöpfer wenden sollten um bezüglich der angemessenen Kleidungsvorschrift Anweisungen zu suchen. Qur’an und Sunnah bieten reichlich Anweisungen zum Thema, welche zu vier wesentlichen Prinzipien zusammengefasst werden können.

[1] Unsere Kleidung muss unseren Körper ausreichend bedecken. Wiederum können wir nicht selbst festlegen was ausreichend Deckung ist, wie jeder Zeuge des Unheil derer, die es versuchten, ohne Weiteres feststellen kann. Die Shar’iah – wie immer – befreit uns von diesem Unheil, indem sie es für uns bestimmt. Für Männer, ist es der mittlere Teil des Körpers vom Bauchnabel bis zum Knie. Für Frauen, ist es der gesamte Körper außer den Händen und dem Gesicht. Diese Teile dürfen niemals vor einer anderen Person enthüllt werden (mit Ausnahme von Fällen von echter Notwendigkeit, beispielsweise ärztliche Behandlung). Außerdem, darf der Stoff weder durchsichtig, noch eng anliegend sein.

[2] Unsere Kleidung sollte Zierde verleihen. Sie sollte für ein vernünftiges Erscheinungsbild sorgen. Unser Erscheinungsbild sollte nicht ein unschöner Anblick für Menschen sein. Für Männer, erweitert dies den Bedeckungsbedarf so, dass er eines Großteil des Körpers umfasst. Für Frauen, ist die wesentliche Anforderung, dass ihre Kleidung sie als anständige Damen bekanntgeben sollte, welche geehrt und nicht belästigt werden. Zusätzlich, bezwecken hijab Vorschriften sie vor den Blicken anderer Männer zu schützen.

[3] Unsere Kleidung sollte unsere islamische Identität ausweisen. Auf jeden Fall, sollte sie uns nicht als Anhänger einer anderen Religion bekanntgeben. Aber zusätzlich sollte sie uns ohne jeden Zweifel als Muslim bekanntgeben.

[4] Die Gestaltung unser Kleidung müssen drei Todsünden umgehen: Angeberei, Hochmut und Zügellosigkeit. Dies sind sehr ernsthafte Krankheiten des Herzen, welche wir zu jeder Zeit vermeiden sollten. Unsere Kleidungsstücke bieten eine einfache Gelegenheit sie zu nähren. Deshalb der Bedarf außerordentlich behutsam zu sein. Ein Hadith erklärt:

„Esst was ihr möchtet und tragt was ihr möchtet. Aber vermeidet zwei Dinge: Verschwendung und Hochmut.“

[Bukhari]

Auf die Gefahr hin das Offensichtliche zu nennen, sollte man daran erinnert werden, dass dieser Hadith eine vorrangige Sorge herstellt, welche unsere Auswahl innerhalb dessen, was als halal betrachtet wird, einschränkt. Dies lässt sich nicht durch die Unterscheidung zwischen halal und haram beseitigen.

Als eine Folge dieser allgemeinen Anforderung sind die Männer auch aufgefordert ihre unteren Kleidungsstücke nicht unter den Knöcheln zu tragen. (Vielen wohlmeinenden Muslimen wurde heute eingeredet, dass dies eine belanglose Angelegenheit ist. Diesem Zweifel kann schnell abgeholfen werden, wenn wir einfach an den Hadith von Jabir bin Sulaym رضي الله عنه in Abu Dawud verweisen. Er bat den Propheten صلى الله عليه وسلم um Rat als er ihn nach sein allerersten Treffen verliess. Eines der sechs Ratschläge, die ihm gegeben wurden, war: „Lass niemals dein unteres Kleidungsstück unter die Knöchel gehen, denn dies ist Hochmut. Und Allah mag Hochmut nicht.“ Ein weiterer war: „Schmälere niemals eine gute Tat.“)

Islam schreibt keinen bestimmten Kleidungsstil vor, und gibt uns damit genügend Raum um unsere Bedürfnisse, Umstände und Geschmäcker unterzubringen. Allerdings, sind diese Prinzipien für jeden und für immer. Jedes Gewand, das diesen Prinzipien angepasst ist, gilt als islamische Kleidung. Dies ist die islamische Formel um sich für Erfolg zu kleiden. Ewigen Erfolg.

[Quelle: „The Islamic Dress Code“ von Khalid Baig]

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