Müssen sich die Knöchel und Füße der Betenden berühren?

Von Scheikh Abu Asim Badrul Islam

Seit neuester Zeit gibt es eine erhöhte Tendenz innerhalb einiger Bereiche der muslimischen Ummah, wo der Versuch unternommen wird, die Hadithe des geliebten Gesandten Allahs (möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken) ohne richtiges und erforderliches Wissen im Fiqh und dessen Prinzipien zu verstehen.

Es sind Bewegungen entstanden, deren Methodik im wesentlichen darin besteht, die Hadithe in ihrer äußeren und wörtlichen Bedeutung zu nehmen, ohne den eigentlichen Sinn dieser Hadithe zu verstehen. Das Thema „Wie sollten die [Betenden] im Gemeinschaftsgebet stehen“ ist dabei keine Ausnahme. Sie haben in das Kapitel „Bab ilsaqi ‘l-mankibi bi ‘l-mankibi wa ‘l-qadami bi ‘l-qadami fi ‘l-Saff“ (Kapitel über das Verbinden der Schultern mit den Schultern und den Füßen mit den Füßen) bei Sahih al-Bukhari und den Athar von Sayyiduna Nu’man ibn Bashir und den von Sayyiduna Anas gesehen (möge  Allah mit ihnen zufrieden sein) (Hadith: 725), und wollen die Muslime dazu zwingen, ihre Schultern und Füße physisch miteinander beim Stehen in der Gebetsreihe zu verbinden, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, ihren Verstand zu gebrauchen, um die unterschiedlichen Interpretationen zu untersuchen, die der Wortlaut zulässt. Die ‘Ulama der Madhhabs (das sind die vier etablierten Schulen des islamischen Rechts) haben immer die Ansicht vertreten, dass dies nicht die Art ist, wie man diese Athar zu verstehen hat.

Imam ‘Allamah Sayyid Anwar Shah Kashmiri (möge Allah ihm gnädig sein) hat diese Angelegenheit ausgiebig in seinem Kommentar zu Sahih al-Bukhari, Fayd al-Bari (2:301-302) analysiert. Er erklärt, wie schwierig, wenn nicht gar unmöglich es für die Menschen sei, ihre Schultern und Füße beim Stehen in der Gebetsreihe körperlich zu verbinden. Diejenigen, die den Körperkontakt der Füße und Schultern wünschen, argumentieren, indem sie auf den Buchstaben „Ba“ im oben genannten Athar zeigen. Die Sprachregel ‘al-ba li ‘l-ilsaq’ (der Buchstabe Ba wird verwendet, um physischen Körperkontakt anzudeuten) kann hier in diesem Kontext nicht als ganzer Körperkontakt oder ilsaq verstanden werden. Denn wenn dies der Fall wäre, wie würden sie dann den Satz Marartu bi Zayd erklären? Bedeutet dies, dass das Subjekt (Fa’il) des Verbs an oder mit Zayd vorbeiging, während es an ihm körperlich „festklebte“?

Wann immer ein Vers, Hadith oder Athar mehrdeutig und offen für Interpretation ist, müssen wir auf die Handlungen der Gefährten (Sahabah) und der Salaf (das sind jene berühmten Muslime, die nach den Sahabah kamen) schauen. Und so würde man erkennen, dass weder die Gefährten noch die Salaf ihre Schultern und Füße derart physisch verbunden haben, wie es einige Muslim sorgfältig tun. Imam Anwar Shah Kashmiri erwähnt, dass diese Interpretation von keiner der Rechtschulen angenommen wurde, sondern nur von den oben genannten Muslimen.

In diesem Athar mit seinem mehrdeutigen Wortlaut wurde beabsichtigt, dass die Schultern und Füße gerade und parallel sein sollten und dass es keine Lücke für Satan zwischen zwei Menschen in einer Gebetsreihe geben sollte. Es bedeutet nicht, dass Schultern und Füße Körperkontakt haben sollten. Diese Interpretation wurde auch von Imam ‘Allamah Badr al-Din al-’Ayni in seinem eindrucksvollen ‘Umdat al-Qari (Kommentar zu Sahih al-Bukhari – 5:377) und Imam Ibn Hajar al-’Asqalani in seinem einmaligen Fath al-Bari (2:611) geliefert.

Eine andere Erklärung, die von Imam Kashmiri gegeben wurde, ist, dass es möglich ist, dass die spezifischen Worte, die man den Gefährten zuschreibt, in Wahrheit nicht ihre eigenen sein müssen. Es könnten die Worte der Überlieferer sein. Diese Tat ist gut bekannt in der Hadithwissenschaft.

In seinem Lami’ al-Darari ‘ala Jami’ al-Bukhari (1:279) hat der große Schaykh Imam Mawlana Muhammad Zakariyya Kandhlawi einige sehr logische Argumente erwähnt, die die oben genannte Interpretation unterstützen. Er schreibt, dass das körperliche Verbinden der Schultern und Füße nur möglich ist, wenn die Schultern all jener, die in der Reihe stehen, dieselbe Körpergröße und dieselbe Fußlänge haben. Um dies zu tun, müssten darüber hinaus alle Menschen, die in der Reihe stehen, etwas Zeit aufbringen, bevor sie den Takbir sprechen und das Gebet beginnen, um ihre Schultern und Füße zum richtigen Platz zu bringen. Es ist klar, dass dies dem Khushu’, der erwünschten Ruhe und dem Geist des Salah, widerspricht.

Nachdem ‘Allamah Mawlana Zafar Ahmad ‘Uthmani ähnliche Erklärungen wie die oben genannten geliefert hat, sagt er in seinem Imdad al-Ahkam (1:290): „Selbst wenn man der Argumentation Willen annehmen würde, dass der Körperkontakt der Knöchel von der Schar’iah vorgeschrieben ist, dann stellt sich die Frage, ob dies in jedem Teil (Rukn) des Salah so ist oder nur in einigen [Teilen]. Wenn gesagt wird, dass es in jedem Teil vorgeschrieben ist, dann muss man fragen, wie das beim Sitzen möglich sein kann. Wenn jedoch gesagt wird, dass der Körperkontakt nur in einigen Teilen des Salah vorgeschrieben ist, dann stellt sich die Frage, welche Beweise diese Teile des Salah spezifisch genannt haben und andere davon ausgeschlossen haben. Wenn gesagt wird, dass der Körperkontakt der Knöchel beim Sitzen schwierig ist und deshalb in dieser Haltung ausgeschlossen wird, dann werden wir dasselbe über die Haltung im Stehen sagen; denn diejenigen, die in den Gebetsreihen stehen, finden dies sehr schwierig. Der eine oder andere mag dies tun und kann dann selber sehen…

„Die Worte des Gefährten Anas (möge Allah mit ihm zufrieden sein) wurden in Fath al-Bari von Ma’mar berichtet: ‚Wenn ich das mit irgendjemandem von ihnen heute machen würde, dann würde er wie ein wilder Esel flüchten (2:612).’ Dies zeigt deutlich, dass Sayyiduna Anas nach dem Tod des Gesandten Allahs (möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken) seine Knöchel nicht mit den Personen neben ihm verband. Das ist der Beweis, dass das Verbinden der Knöchel keine erwünschte Sunnah ist. Denn wenn es so wäre, dann würde keiner der Gefährten dies verlassen, nur weil andere es nicht mögen. Menschen mögen eine Handlung dann nicht, wenn es normalerweise im Salah nicht gemacht wird. Wenn das Verbinden der Knöchel eine erwünschte Sunnah wäre, dann wäre es eine übliche Handlung aller Gefährten, und die Nachfolger (Tabi’un) würden diese Handlung als eine Sunnah im Salah annehmen. Demzufolge gäbe es dann keinen Grund für jemanden, das Verbinden der Knöchel nicht zu mögen. Genauso wie von der obigen Aussage von Sayyiduna Anas verstanden werden kann, dass er das Verbinden der Knöchel mit all jenen, die neben ihm standen, vermied – und zwar aus Sorge, dass sie es nicht mögen werden –, kann man schlussfolgern, dass diese Handlung (das Verbinden der Knöchel) nicht die übliche Handlung der Gefährten und Nachfolger war. Das ist der Beweis dafür, dass es keine erwünschte Sunnah ist. Das ist der Grund, warum es (nach meinem Wissen) keinen Befehl im Hadith des geliebten Gesandten Allahs (möge Allah ihn segnen und Frieden schenken) gibt, die Knöchel zu verbinden.

[Quelle: Deoband.org]

6 Gedanken zu „Müssen sich die Knöchel und Füße der Betenden berühren?

  1. Eine Fatwa zum Thema
    Von Shaikh Bak’r Ibn Abdullah Abu Zaid

    Bemerkung: Das Folgende ist eine Übersetzung von Shaikh Yusuf Estes von dem ersten Kapitel des Buches „La Jadeed Fi Ahkaamis Salah (Keine Erneuerungen in den Bestimmungen des Gebets)“ von Shaikh Bak’r Ibn Abdullah Abu Zaid; das gesamte Buch (wichtig das erste Kapitel) kann von diesem Link gedownloaded und gelesen werden.

    http://saaid.net/book/open.php?cat=87&book=3868

    Bezüglich dem Einrichten der Reihen vor dem Gebet gibt es drei Sunan:

    1. Das Richten und Vereinigen der Reihe, so dass niemandes Brust oder sonst irgendetwas vorsteht (verglichen mit) denen, die neben ihm sind. Demzufolge wird keine Krümmung in der Reihe sein.

    Unter den Redewendungen zum Richten der Reihen sind: „istawoo“ d.h. macht die Reihen gerade, „istaqeemoo“ d.h. seid gerade, stramm, „i’tadiloo“ d.h. bringt euch in eine Linie, „aqeemoo saf“ d.h. richtet die Reihen ein. Und dieses Einrichten der Reihe kann genau durchgeführt werden durch den Befehl der Anpassung zwischen den Hälsen, den Schultern, den Knien und den Knöcheln. Es geht eindeutig aus der Führung des Propheten hervor, dass diese Ausdrücke abwechselnd verwendet wurden.

    2. Das Schließen der Lücken, bis kein Platz mehr zwischen ihnen ist.

    Unter den Arten dies auszudrücken sind: „sudu’l khalal“ d.h. schließt die Lücken, und „lasst keinen Platz für den Shaitan.“ Dies ist die Sunnah kann präzise durchgeführt werden durch das Vereinigen der Reihen, also indem man sagt „taraasoo“.
    3. Das Verbinden der ersten Reihe und ihre Vervollständigung.

    Dies wird auf die folgenden Arten ausgedrückt: „atimoo’saf al awal fal awal“ d.h. vervollständigt die Reihen, zuerst die Erste dann die dahinter, wer auch immer sich einer Reihe anschließt, dem wird sich Allah anschließen (mit seiner Gnade), wer auch immer eine Reihe abbricht (in dem er nicht die Lücke schließt), den wird Allah abschneiden (von seiner allumfassenden Gnade)“. (siehe: „Awn Al Ma’bood Fee Sharh Sunan Abu Dawud“).

    Und innerhalb dieser Sunan (Pl. von Sunnah) gibt es viele verlassene Sunan; wie Dua sprechen und um Vergebung bitten für die erste Reihe, dreimal, und dann für die dahinter zweimal, und dass der Imam ans Ende der Reihe geht um sie zu Richten und jemanden schickt um die Reihen zu überprüfen (siehe: sunan At-Tirmidhee), und dergleichen mehr, alle von der Führung vom Weg unseres Propheten
    um diese drei Sunan für die Reihen zu erfüllen: sie zu richten, die Lücken zu schließen und nacheinander die Reihen zu Vervollständigen, beginnend mit der Ersten, dann die Zweite, dann die Dritte und so weiter.

    All dies weist darauf hin, dass das Richten der Reihen eine wichtige Rolle im Verrichten des Salah einnimmt, es zu verschönern und zu perfektionieren. Darin steckt großer Wert und große Belohnung, zusätzlich zu dem Verbinden der Herzen und dem Zusammenbringen von ihnen so wie die Ahadith es bezeugen. Und diese gesegnete Ummah unterscheidet sich und ist einzigartig darin, dass die Reihen im Gebet so sind wie von den Engeln wa alhamdulillah rabbil ‚alameen.

    Unter den Dingen die neu zum Salah hinzugefügt wurden ist eine neue Stellung die keine Quelle hat, die wir von einigen Musalin (die sich für das Gebet aufreihen) sehen: Das Verbinden mit demjenigen rechts von ihm, wenn er auf der rechten Seite der Reihe ist, und mit demjenigen links von ihm, wenn er auf der linken Seite der Reihe ist, auf so eine Art und Weise, dass er seine Fersen verstellt um seinen Knöchel mit dem Knöchel desjenigen neben ihm zusammenzubringen.

    Diese Stellung ist wegen zwei Gründen widersprüchlich:

    Erstens: Das Zusammenbringen und Verstellen der Füße, so dass sie aneinander haften, ist ein klarer Fehler, eine sichtbare Last, ein neues Verständnis in welchem Extremität im Praktizieren der Sunnah ist, eine einschneidende Enge, eine Belastung von sich selbst mit etwas, dass nicht befohlen wurde, eine Ablenkung von sich selbst, während man versucht die Lücken zu schließen, wenn man sich aus dem Sujud erhebt, das Verlieren der Fähigkeit seine Zehen in Richtung Qibla auszurichten (siehe: „Fath Al-Bari, vol 2, Seite: 344, Kapitel: das Ausrichten der Zehen zur Qibla“, d.h. im Sujud). Und auch das Einnehmen das Platzes (in dieser Stellung) von demjenigen der dem anderen vorausgeht, darüber hinaus das Belegen von Platz für die Füße anderer ohne jegliches Recht dazu. Und all dies macht aus etwas eine Sunnah was nicht angeordnet wurde.

    Zweitens: Immer wenn der Prophet die Anpassung zwischen Schultern und Knöcheln befohl, befohl er auch die Anpassung zwischen den Nacken, wie in dem Hadith von Anas (radiallahu anh) überliefert in den Sunan von An Nasa’i (Seite: 813).

    All dies zusammen heißt: Das Richten der Reihe, sie parallel und gerade zu machen, und das Schließen der Lücken, heißt nicht wörtlich „zusammenbringen und anhaften (ilzaaq)“, denn gewiss ist das Zusammenbringen der Nacken unmöglich, das Zusammenbringen der Schultern bei jedem Stehen ist offensichtlich belastend, das ZUsammenbringen der Knie ist ebenfalls unmöglich und das
    Zusammenbringen der Knöchel ist in einem gewissen Ausmaß unerreichbar und zusätzlich belastend, schwer und lenkt einen in jeder Raka ab und das ist eindeutig und offensichtlich.

    Deshalb ist deutlich, dass das Ausrichten in vier Fällen: der Nacken, die Schultern, die Knie, und die Knöchel – von der gleichen Art ist. Die Absicht dahinter ist der Ansporn die Reihen einzurichten, sie zu vereinen, sie geradlienig und eben zu machen, ohne Krümmung und Zwischenräumen und durch dies wird die Zielsetzung vom Gesetzgeber (Allah subhanah) erreicht.

    Al Hafidh ibn Hajar sagt: „was mit dem Richten der Reihen gemeint ist, ist das gerade Ausrichten auf eine einfache Art und Weise, und was mit dem Schließen der Lücken gemeint ist…“ („Fath ul-Bari“ die Erklärung von Sahih Al Bukhari, vol. 2, Seite 242). Und das ist der Fiqh von den Ahadith bezüglich dem Richten der Reihen wie in dem Hadith von Nu’man ibn Bashir (radiallahu anh) der sagte:
    „Der Gesandte Allahs pflegte unsere Reihen so zu Richten, als würde jemand einen Pfeil gerade schießen, bis er dachte, dass wir es verstanden haben. Eines Tages drehte er sich mit dem Gesicht zu uns wobei er einen Mann sah dessen Brust aus der Reihe herausguckte und sagte, ‚Richtet eure Reihen oder Allah wird zwischen euch Zwietracht sähen.'“(sunan Abu Dawud)

    Dies ist das Verständnis vom Richten der Reihen der Sahaba (radiallahu anhum): Das gerade Stehen und das Schließen der Lücken, nicht das Aneinander haften der Knöchel. Das ist der Grund dafür, dass Imam al-Bukhari als er seinem Kapitel den Namen „Das Zusammenbringen der Schulter mit der Schulter und des Fußes mit dem Fuß in der Reihe“ gab, sagte Nu’man ibn Bashir (radiallahu anh) sagte: „ich sah einen Mann, wie er seine Knöchel mit den seines Nachbarn zusammenbrachte.“ Al Hafidh ibn Hajar sagte, was damit beabsichtigt ist, ist dass das Richten der Reihen und das Schließen der Lücken stark betont wird.“ („Fath ul-Bari“ die Erklärung von Sahih Al Bukhari, vol. 2, Seite 242)

    Der Beweis von Al Hafidh ibn Hajar’s einwandfreien Verständnis des Hadith aus dem Titel des Kapitels von al-Bukhari, ist die Aussage von Nu’man ibn Bashir (radiallahu anh), die auch im Sahih von ibn Khuzaymah (nos.160), in den Sunan von Ad Darqutanee (vol. 1, s. 282) und in den Sunan von Abu Dawud dokumentiert ist, wo Nu’man ibn Bashir (radiallahu anh) sagt: „Ich sah jeden Mann, wie er seine Schulter mit der Schulter seines Gefährten, sein Knie mit seinem Knie und seinen Knöchel mit seinem
    Knöchel zusammenbrachte.“ (der Wortlaut des Hadith wie er in den Sunan von Abu Dawud vorkommt)

    Das Zusammenbringen der Knie ist unmöglich, daher wird ersichtlich, dass die Bedeutung des Hadith ist, zum Richten der Reihen und Schließen der Lücken anzuregen und es zu betonen, und nicht das tatsächliche Zusammenbringen und aneinanderhaften. Der ist der
    Grund dafür, dass Al Khataabee über den Hadith sagte, welcher über Anas ibn Malik (radiallahu anh) vom Propheten überliefert wird, der sagte, „Die Besten von euch sind diejenigen, die behutsamste Schulter im Salah haben.“ (Abu Dawud und andere. Hasan nach al-Albani, Saheeh ul-Jaami no. 3264)

    „die Bedeutung ist, durchweg Ruhe im Gebet zu haben, sich in ihm wohl zu fühlen und nicht gegen dir Schultern von demjenigen neben sich zu stoßen und zu reiben.“ (Mu’aalim As Sunan, und Awn Al Ma’bood Fee Sharh Sunan Abu Dawud: vol.2 s.369)

    Diese Auffassung kann weitergehend erklärt werden, in dem man das Beispiel der Überlieferungen mit den verschiedenen Worten bezüglich „at tawaruk“ (d.h. mit dem linken Oberschenkel auf dem Boden sitzen während der rechte Fuß senkrecht steht im letzten Tashahhud) im Salah verwendet, wie im Hadith von Abi Hameed As Sa’dee (radiallahu anh) der über den Propheten sagte: „und er saß auf seinem Gesäß.“

    Diese Methode der Beschreibung ist eine Art wobei ein allgemeines Wort oder Satz verwendet wird, allerdings ist nur ein Teil des Wortes/des Satzes beabsichtigt; „itlaq al kul wa iradtul ba’d“. Es ist unmöglich für denjenigen der „tawarruk“ sitzt, sein ganzes Gesäß auf dem Boden zu platzieren, deshalb wird in anderen Wortlauten des Hadith gesagt: „er saß auf seiner linken Seite“
    „er tat sein linkes Bein auf den Boden“

    „er saß auf seiner linken Seite mutawarrikan“

    Deshalb ist es nicht möglich für eine Person mit Intelligenz, aus den Worten „er saß auf seinem Gesäß“ die Fähigkeit abzuleiten, sein gesamtes Gesäß auf den Boden zu platzieren, da dies naturgemäß und vorstellbar unmöglich ist, so wie der Fall mit den Worten gerade zu sein, wie schon vorher erwähnt. Betrachte den Hadith über die Vorzüge vom Salah zu seiner richtigen Zeit , zu dem ibn Daqeeq in „Al Ahkam“ (vol. 2, s. 38) sagte, „es wurde nie von einem von ihnen (den Salaf) berichtet, dass sie darin extrem zu sein pflegten (yushadid) zu dem Ausmaß, dass (sie sagten, dass) der erste Takbir exakt am Anfang der Gebetszeit stattfinden (um den Segen für das Verrichten
    des Salah in seiner Zeit zu bekommen).“

    Und Allah weiß am besten Bescheid über Seine Gesetze

    übersetzt von Shaikh Yusuf Estes

    (Anm.: Möge Allah mit demjenigen zufrieden sein, der diese Fatwa ins Deutsche übersetzt hat).

  2. Fuß an Fuß, Schulter an Schulter

    Alles Lob gebührt Allah.

    Die korrekte Ansicht ist, dass wir in den Reihen des Gebets Schulter an Schulter und Fuß an Fuß stehen sollen.

    Al-Bukhari, möge Allah ihm Barmherzig sein, berichtete (683) von Anas, dass der Prophet (Friede und Segen Allahs auf ihm) sagte: „Macht eure Reihen gerade, denn ich sehe euch hinter meinem Rücken.“

    Anas sagte: „Si stand jeder von uns mit seiner Schulter gegen die Schulter seines Nachbarn und sein Fuß gegen seinen Fuß.“

    Al-Bukhari (möge Allah ihm Barmherzig sein) gab diesem Kapitel den Titel: „Kapitel über das Stehen Schulter an Schulter und Fuß an Fuß.“

    Er sagte: „Al-Nu’man ibn Bashir sagte: „Ich sah Leute stehen mit ihren Knöcheln gegen die Knöcheln ihrer Nachbarn.““

    Shaykh ‘Abd al-‘Adhim al-Abaadi sagte: Er sagte in al-Ta’liq al-Mughni: Diese Ahadith machen klar auf die Wichtigkeit die Reihen gerade zu machen aufmerksam, welches ein Teil der Perfektion des Gebets ist. Sie machen darauf aufmerksam, dass die Leute nicht zurückgesetzt (von der Reihe) stehen sollen oder vor ihr (der Reihe) und dass sie Schulter an Schulter, Fuß an Fuß und Knie an Knie mit ihren Nachbarn stehen sollen. Aber heutzutage wird diese Sunnah ignoriert! Wenn jemand dies heutzutage macht, weichen die Leute ihm aus wie Zebras! Gewiss wir gehören zu Allah und zu Ihm kehren wir zurück.

    (‘Awn al-Ma’bud, 2/256)

    Die Schulter: ist der Ort, wo der Oberarm den Köper trifft.

    Der Knöchel: ist der Knochen, welcher an der Seite des Fußes ragt.

    Und Allah weiß es am besten.

    Shaykh Muhammad Salih Al-Munajid

  3. As-salaamu alaykum
    Jazakallahu khayran für dein Kommentar akhi. Doch wir sollten dieses Thema nüchtern betrachten und auch auf die menschliche Anatomie achten. Es ist schlicht und ergreifend anatomisch nicht möglich, dass sich die Knie im Gebet berühren. Das ist auch der Grund, weshalb man in einigen Moscheen, lediglich auf Knie und Schultern beharrt. Dort wird immer gesagt: „Fuß an Fuß, Schulter an Schulter.“ Doch wo sind die Knie dabei? Man ist inkonsequent, wenn man die Knie ausschließt. Und Schaykh Munajjid definiert hier und schreibt:
    „Die Schulter: ist der Ort, wo der Oberarm den Köper trifft.
    Der Knöchel: ist der Knochen, welcher an der Seite des Fußes ragt.“
    Und wieder stellt sich die Frage: Wo sind unsere Knie? Wieso werden die Knie am Ende seiner Fatwa nicht erwähnt?

    Also: Entweder man verlangt, dass sich ebenfalls die Knie berühren oder man akzeptiert, dass diese Überlieferungen nicht wörtlich zu verstehen sind und dass diese Überlieferungen uns nur zeigen sollen, dass die Betenden nah zueinander stehen sollen. Es bedeutet nicht, dass sich Knie berühren müssen. Denn dies ist anatomisch nicht möglich.

    Außerdem geht der Text von Schaykh Munajjid nicht auf die Argumente der beiden Fatwas auf unserem Blog ein. Im Gegenteil: Unsere beiden Rechtsurteile auf diesem Blog gehen auf die Argumente von Schaykh Munajjids Fatwa ein.

    Wir haben alhamdulillah vier anerkannte Rechtschulen in der Ahlu Sunnah. So soll man uns die Texte der früheren Gelehrten bringen, die ebenfalls zum selben Urteil von Schaykh Munajjid kommen. Können sie dies nicht bringen, dann haben sie etwas gesagt, was keiner vor ihnen gesagt hat.

    In den Büchern der Rechtschulen sagen die Rechtschulgelehrten zusammengefasst folgendes:
    Hanbali: Es soll eine „kleine“ Lücke zwischen den Füßen des Betenden geben.
    Schafi’i: Die Füße des Betenden sollen eine Handspanne voneinander entfernt sein.
    Hanafi: Die Füße des Betenden sollen vier Finger breit voneinander entfernt sein.
    Maliki: Die Entfernung der Füße soll weder zu groß noch zu klein sein.

    Quelle: http://books.themajlis.net/node/16
    (Guter Text, aber für den einen oder anderen vielleicht etwas hart. Am besten sollte man ihn unvoreingenommen dennoch lesen.)

    Die Hanafis sagen vier Finger breit, weil es am bequemsten ist. Das ist eine Empfehlung.

    Damit die Knie sich berühren, müssten die Knie so breit wie die Schultern gemacht werden. Und das ist nur möglich, wenn man in die Hocke geht. Oder man hat die Körperform eines Würfels. Dann wären Schulter, Knie und Füße in der Tat allesamt auf einer Höhe.

    Deshalb: Man sollte hier konsequent sein und schauen, was die Gelehrten der Rechtschulen gesagt haben.

  4. Geehrter Bruder,
    Hast du deine letzte Fatwa selbst gelesen? Oder stimmst du mir jetzt zu, dass die Berührung der Knöchel und Knie nicht erforderlich ist. Denn deine Fatwa stimmt unseren Fatwas zu und nennt die Verbindung, bzw. Berührung eine Neuerung.
    Schau mal:

    “One of the new things that we see some people doing, with no evidence in sharee’ah, is that in prayer they try to align themselves with a person on the right if they are on the right hand side of the row, or to align themselves with a person on their left if they are on the left hand side of the row, and they turn their feet inward so that their ankles are touching the ankles of the people next to them.”

    Der Schaykh sagt, dass dies eine Erneuerung ist.

    Wie gesagt: Folgender Hadith ist nicht wörtlich zu verstehen, denn es werden hier Fuß, Knöchel und Schulter erwähnt:

    Sayyiduna Nu’man bin Baschir sagt: „Der Prophet wendete sein Gesicht zu den Leuten und sagte dreimal: ,Macht eure Reihen gerade.‘ (Er sagte dann): ,Bei Allah, entweder macht ihr eure Reihen gerade oder Allah wird eure Herzen spalten.‘ (Sayyiduna Nu’man bin Baschir führt weiter fort): „Ich sah jeden Mann, wie er seine Schulter mit der Schulter der Person neben ihm zusammenbrachte, (und ebenfalls) sein Knie mit dessen Knie und seinen Knöchel mit dessen Knöchel.“ (Ahmad, Abu Dawud)

    Die Betenden sollen nah zueinander stehen und keine Lücke soll vorhanden sein.
    Anatomisch ist es nur möglich, dass man die Schultern verbindet, damit keine Lücken entsteht. Wenn man die Schultern verbindet, dann gibt es keine Lücke alhamdulillah.

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