Wo ist Allah?

Von Mufti Muhammad ibn Adam
[Übersetzt von Bruder at-turkistani]

Das Thema „Wo ist Allah?“ ist etwas, das nie debattiert oder zu einer Angelegenheit von Differenzen unter den Muslimen in den (vergangenen) Zeiten und Epochen gemacht wurde. Leider verbringen und verschwenden gewisse Muslime, aufgrund von großer Unwissenheit über unseren Din, ihre kostbare Zeit damit, über unbedeutende und belanglose Themen zu debattieren und vergessen dabei ihre wirklichen Pflichten und Verantwortungen.

Den Glauben (Aqida), den man haben muss in Bezug auf seinen Herrn und Schöpfer, ist, dass Allah, der Allmächtige, Einer ist, dass es nichts gibt, das Ihm ähnelt, dass es nichts gibt, das Ihn überwältigen kann, dass es keinen Gott neben Ihm gibt und dass Er ewig-während ist ohne Anfang und fortdauernd ohne ein Ende. Er wird weder zu Grunde gehen, noch aufhören (zu existieren) und nichts geschieht mit Ausnahme von dem, was Er will. Keine Vorstellung kann Ihn erfassen und kein Verständnis kann Ihn begreifen. Er ist anders als jegliches Geschöpf.

Allah,der Erhabene, sagt über sich Selbst:

فَاطِرُ السَّمَاوَاتِ وَالأَرْضِ جَعَلَ لَكُمْ مِنْ أَنْفُسِكُمْ أَزْوَاجًا وَمِنَ الأَنْعَامِ أَزْوَاجًا يَذْرَؤُكُمْ فِيهِ لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ وَهُوَ السَّمِيعُ البَصِيرُ

„(Er ist) der Erschaffer der Himmel und der Erde. Er hat euch aus euch selbst Gattinnen gemacht, und auch aus dem Vieh Paare, wodurch Er euch vermehrt. Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.“ [42:11]

Und Er sagt in Sura al-Ikhlas:

وَلَمْ يَكُنْ لَهُ كُفُوًا أَحَدٌ

„Und Niemand ist Ihm jemals gleich.“ [112:4]

Aufgrund der obigen und anderer Texte vom Qur’an und der Sunnah, ist einer des wesentlichen Glaubens, den ein Muslim haben muss in Bezug auf Allah سبحانه وتعالى, dass es keine Schöpfung gibt die Ihm ähnelt. Wenn Allah als Seiner Schöpfung ähnelnd oder gleichartig oder irgendwelche Eigenschaften Seiner Schöpfung habend betrachtet wird, dann würde dies Unglauben (Kufr) darstellen.

Imam Abu Hamid al-Ghazali رحمة الله عليه sagt:

„Wer auch immer denkt, dass Allah einen Körper aus Organen hat, sodann ist er ein Götzenanbeter. […] Wer auch immer einen Körper anbetet wird als ein Ungläubiger betrachtet, laut dem Konsens aller Gelehrten, der frühen Gelehrten (salaf) und der späteren (muta’akhirun).“

[Iljam al-Anam an Ilm al-Kalam, 6-8]

Wenn man glaubt, dass es nichts gibt, das Allah in irgendeiner Form ähnelt, dann ist seine Aqida richtig und es besteht kein Bedarf an Streitgesprächen und Auseinandersetzungen.

Ich glaube, dass es keinen Muslim gibt, der tatsächlich glaubt, dass Allah seiner Schöpfung in irgendeiner Form ähnelt, deshalb sollten Streitgespräche und Auseinandersetzungen vermieden werden. Natürlich, wenn jemand glaubt, dass Allah Hände, Füße, Gesicht, etc. hat, die Seiner Schöpfung ähneln, dann würde diese Person ohne Zweifel aus dem Islam austreten.

In Bezug auf die Frage „Wo ist Allah?“, sollte man erstens sich daran erinnern, dies ist nicht etwas, das man am Tage der Auferstehung gefragt wird. Wir brauchen Leute, die wirklich die Grundlagen des Islams lernen, anstatt sich mit diesen Angelegenheiten zu beschäftigen. Jene die debattieren und Zerstörung verursachen mit solchen Themen, sind in der Regel sogar unwissend bezüglich der Grundlagen des Salah, Zakat, Hadsch, etc. Wir müssen den Tatsachen wirklich ins Auge sehen!

Zweitens, diese Frage an sich ist falsch. Wir fragen hinsichtlich des Aufenthaltsorts einer Person, welche in Zeit und Raum lebt. Beispielsweise, ich umfasse Zeit, bedeutet, dass ich in der Zeit lebe, und ich habe einen Körper der einen Raum ausfüllen muss.

Allerdings, Allah, der Mächtige und Majestätische, ist der Schöpfer von Zeit und Raum. Wenn wir Ihn mit jedweder Zeit oder Raum begrenzen, dann würde dies bedeuten, dass wir Ihn mit Seiner Schöpfung vergleichen, indem wir Ihm einen Körper zuschreiben, da der Raum begrenzt ist. Wenn man sagt, dass Allah überall ist, dann ist dies falsch, da „überall“ begrenzt ist und irgendwo endet, während Allah nicht begrenzt ist.

Gleichermaßen, zu sagen, Allah sei auf der Erde, Himmel, Mond, Sonne, Thron etc. ist auch falsch, da all diese Dinge begrenzt sind und Allah zu irgendeinem geschaffenen Ding zu begrenzen ist Kufr.

Imam al-Tahawi رحمة الله عليه erklärte in seinem bekannten al-Aqida al-Tahawiyya:

„Er ist hocherhaben darüber, Grenzen, Bestandteile oder Gliedmassen zu besitzen. Ebenso wenig können Ihn die sechs Himmelsrichtungen umfassen, in denen alle erschaffenen Dinge enthalten sind.“

[S.9]

Imam al-Nasafi رحمة الله عليه sagt:

„Er (Allah) ist kein Körper (jism), weder ein Atom (jawhar), noch ist Er etwas geformtes (musawwar), noch ein begrenztes Ding (mahdud), noch ein abgezähltes Ding (ma’dud), noch ein Ding, das aufgeteilt oder unterteilt ist, noch ein zusammengesetztes Ding (mutarakkab), noch endet Er in sich Selbst. Er wird nicht durch Quiddität beschrieben (al-ma’hiya), oder durch Beschaffenheit (al-kayfiyya), noch ist er gegenwärtig im Raum (al-makan), und die Zeit (al-zaman) beeinflusst Ihn nicht. Nichts ähnelt Ihm, das heißt, nichts ist wie Er.“

[Sa’d al-Din al-Taftazani & Najm al-Din al-Nasafi, Scharh al-Aqa’id al-Nasafiyya, 92-97]

Zusammengefasst muss man die Aqida haben, dass Allah سبحانه وتعالى unabhängig von Raum und Zeit ist. Es ist falsch, zu sagen, dass Er überall ist und es ist ebenfalls falsch zu glauben, dass Er auf etwas ist, da all diese begrenzt sind, wohingegen Allah der Allmächtige grenzenlos ist. Jedoch müssen wir glauben, dass Sein Wissen alles umfasst, und Er weiß, sieht und hört alles.

Und Allah weiß es am besten

2 Gedanken zu „Wo ist Allah?

  1. Die Höhen
    54. Wahrlich, euer Herr Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen er­schaffen hat,154 alsdann Sich hierauf über dem Thron erhob,
    Der Thron ist selbstverständlich metaphorisch zu verstehen, ein Symbol für Autorität, Macht und Aufmerksamkeit, ebenso wie „Kursi“ (Stuhl, Thron) in Suura 2:255. Kursi bezieht sich vielleicht mehr auf Majestät, während sich diese Bezeichnung sich mehr auf Macht bezieht, und diese leicht verschiedenen Bedeutungen erläutern die beiden Abschnitte. Hier wird uns mitgeteilt, dass Himmel und Erde an sechs Tagen erschaffen wurden. Damit wir jedoch nicht von der jüdischen Vorstellung beunru­higt werden, Allah habe am siebten Tag geruht, wird hier gesagt, dass die Schöpfung nur ein Auftakt zu Allahs Wirken war. denn Seine Macht wirkt ständig durch die Gesetzmäßigkeiten, die Er eingesetzt hat und überall in Seiner Schöpfung zur Geltung bringt. Das schöne Bild von Tag und Nacht, die einander in schneller Folge abwechseln, wird im Arabischen weiter verstärkt durch den doppelten Akkusativ, der mit dem Verb „judschsi“ verbunden ist, wodurch die Interaktion von Tag und Nacht hervorgehoben wird. Die Himmelskörper zeigen eine Ordnung, die Seine ständige Lenkung und Fürsorge be­weisen. Darüber hinaus ist Er es allein, Der schafft, erhöht und regiert, kein anderer. (Juusuf ‚Allii)
    <Das ist die Tefsir eklerung das allah keinen bestimten platz hat.

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