Müssen sich die Knöchel und Füße der Betenden berühren?

Von Scheikh Abu Asim Badrul Islam

Seit neuester Zeit gibt es eine erhöhte Tendenz innerhalb einiger Bereiche der muslimischen Ummah, wo der Versuch unternommen wird, die Hadithe des geliebten Gesandten Allahs (möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken) ohne richtiges und erforderliches Wissen im Fiqh und dessen Prinzipien zu verstehen.

Es sind Bewegungen entstanden, deren Methodik im wesentlichen darin besteht, die Hadithe in ihrer äußeren und wörtlichen Bedeutung zu nehmen, ohne den eigentlichen Sinn dieser Hadithe zu verstehen. Das Thema „Wie sollten die [Betenden] im Gemeinschaftsgebet stehen“ ist dabei keine Ausnahme. Sie haben in das Kapitel „Bab ilsaqi ‘l-mankibi bi ‘l-mankibi wa ‘l-qadami bi ‘l-qadami fi ‘l-Saff“ (Kapitel über das Verbinden der Schultern mit den Schultern und den Füßen mit den Füßen) bei Sahih al-Bukhari und den Athar von Sayyiduna Nu’man ibn Bashir und den von Sayyiduna Anas gesehen (möge  Allah mit ihnen zufrieden sein) (Hadith: 725), und wollen die Muslime dazu zwingen, ihre Schultern und Füße physisch miteinander beim Stehen in der Gebetsreihe zu verbinden, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, ihren Verstand zu gebrauchen, um die unterschiedlichen Interpretationen zu untersuchen, die der Wortlaut zulässt. Die ‘Ulama der Madhhabs (das sind die vier etablierten Schulen des islamischen Rechts) haben immer die Ansicht vertreten, dass dies nicht die Art ist, wie man diese Athar zu verstehen hat.

Weiterlesen

Eid al-Fitr (Ramazan Bayram)

Von Sheikh Muhammad Saleem Dhorat

Die Nacht von Eid

Die Nächte von beiden Eid werden in Ahadith zu den großartigen und heiligen Nächte des Muslimischen Kalendars gezählt. Während der Nächte von Eid wach zu bleiben und ‚Ibadaah zu verrichten ist eine Quelle riesiger Vorzüge und Belohnungen.

[1] Abu ‚Umarah رضي الله عنه berichtet, dass Rasulullah صلى الله عليه وسلم sagte: „Wer in den Nächten der beiden Eid in Hoffnung auf gewaltigen Lohn (von Allah Ta’ala) aufbleibt und ‚Ibadaah verrichtet, dessen Herz wird an dem Tag (d.h. Qiyamah), an welchem alle Herzen tot sein werden, nicht sterben.“

[Targhib]

Weiterlesen

Das Rezitieren hinter dem Imam

Von Mufti Abdur-Rahman Ibn Yusuf

Ob jemand die Surat al-Fatiha hinter dem Imam rezitieren sollte oder nicht, war ein großes Thema, welches schon seit frühen Zeiten zu großen Meinungsunterschieden und Disputen führte. Bei dieser Diskussion geht es nicht nur darum, was besser und tugendhafter ist, sondern es geht bei dieser Debatte vielmehr um die Zulässigkeit der Rezitation der Surat al-Fatiha, wenn man hinter dem Imam betet. Aus diesem Grund spielt dieses Thema eine wichtige Rolle unter den vielen Themen bezüglich des Gebets. Die Gelehrten haben über dieses Thema viele Schriften geschrieben. Dieses Thema unterscheidet sich von dem des Raf’ al-Yadayn, welches sich nur damit auseinandersetzt, ob es besser ist seine Hände beim Zeitpunkt des Ruku’ zu heben oder nicht.

Das Thema Qira’a Khalf al-Imam oder „Das Rezitieren hinter dem Imam“ ist viel gravierender. Es geht darum, ob die Rezitation wajib [notwendig] oder absolut verboten ist. Die folgende Untersuchung befasst sich mit den Versen und Hadithen zu diesem Thema, und dem Urteil über das Rezitieren der Fatiha des Muqtadi oder „desjenigen, der einem Imam bei leisen [sirri] und lauten [jahri] Gebeten folgt.“

Weiterlesen

Tarawih: Anzahl der Rak’ah

Von Mufti Ahmed Abd al-Hasib Tanwir Qasmi

Manche Leute denken dass Tarawih nur aus acht Rak’ah besteht. Dies ist nicht korrekt. Der einstimmigen Meinung aller Imame zufolge besteht Tarawih aus 20 Rak’ah. Obwohl keiner der Imame mit weniger als 20 Rak’ah übereinstimmte, vertritt Imam Malik die Ansicht von 32 Rak’ah. Dies bedeutet das dem Konsensus aller Imame zufolge niemand mit weniger als 20 Rak’ah übereinstimmte.

Außerdem können wir von Ibn Abbas‘ رضي الله عنه Bericht erfahren, dass er Tarawih zwei oder drei Nächte lang [als Imam] anführte, wobei er 20 Rak’ah verrichtete. Die Gefährten des heiligen Propheten صلى الله عليه وسلم lebten gemäß seiner Aussage بلغوا عنى و لو آية und offenbarten sich als exzellente, nachahmenswerte Vorbilder. Sie hatten nicht nur die Taten des heiligen Propheten صلى الله عليه وسلم aufgezeichnet, sondern schritten auch zur Nachahmung seiner Taten voran. Sie gewährten uns eine große Gunst uns mit wertvollen Überlieferungen zu versorgen, die die Quelle der Rechtleitung (für uns alle) bis zum Weltuntergang sein werden.

Weiterlesen